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ModEL - Modal-Entscheidungen in der Logistikbranche

Österreich, Europa, und letztlich die ganze Welt steht vor der herausfordernden Aufgabe, die Erderwärmung möglichst gering zu halten bzw. im besten Fall sogar umzukehren. Der Verkehrssektor hat einen Anteil von 29 % an den gesamten österreichischen Treibhausgasemissionen und ist damit zu einem kritischen Ausmaß am Klimawandel beteiligt. Bisherige Lösungsansätze im Verkehrsbereich konzentrieren sich auf das Effizienzprinzip oder das Konsistenzprinzip. Das Suffizienzprinzip als dritte Säule der Nachhaltigkeit wird dabei bislang außer Acht gelassen, wenngleich immer deutlicher wird, dass Effizienz- und Konsistenzstrategien nicht ausreichen, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und folglich durch Suffizienzstrategien ergänzt werden müssen.

 

 

Für die Logistikbranche bedeutet das, dass die Modalentscheidungen hinterfragt werden müssen. Die Entscheidungsfindung in der Logistikbranche (z.B. Transportmittelwahl) ist ein sehr kontroversiell diskutiertes Thema, da sie für Außenstehende oftmals nicht nachvollziehbar ist. Einerseits wird gerne argumentiert, dass Entscheidungen rein rational getroffen werden, andererseits sind z.B. kostengünstige Verkehrsträger (Bahn, Binnenschiff) bei Weitem nicht so ausgelastet, wie zu erwarten wäre. Es liegt daher die Vermutung nahe, dass bestimmte Verhaltensmuster den Modalentscheidungen zugrunde liegen, welche über rationale Kriterien (Verfügbarkeit, Zeitbedarf, Pünktlichkeit, Sicherheit, Flexibilität) hinausgehen und bis dato noch nicht ausreichend erforscht wurden. Da aus zahlreichen Studien bekannt ist, dass verschiedene Personengruppen (z.B. Frauen vs. Männer, junge vs. ältere Personen) unterschiedliche Verhaltensmuster zu Themen wie Umwelt oder Verkehr zeigen, ist davon auszugehen, dass auch in der Logistik verschiedene Personengruppen unterschiedliche Modalentscheidungen treffen. Untersuchungen gibt es dazu jedoch bislang keine.

Die einjährige Sondierung „ModEL“, die von der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG sowie dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) im Forschungsprogramm „Mobilität der Zukunft“ gefördert wird, widmet sich genau dieser Forschungslücke.

In „ModEL“ werden Vorarbeiten für die Berücksichtigung diverser Einflussfaktoren im Bereich Gender und Diversity geleistet, um zu einem späteren Zeitpunkt punktgenaue Maßnahmen anwenden zu können, die suffizientes Verhalten in der Logistikbranche fördern. Dazu werden Marktbereiche definiert, in denen die genaue Untersuchung von zielgruppenspezifischen Maßnahmen sinnvoll ist, um eine Verhaltensänderung einzuleiten. Weiters werden Anwendungsfälle identifiziert, eine Erhebungsmethodik zur Offenlegung der Entscheidungsfindung entwickelt und eine erste Pilot-Befragung durchgeführt, Maßnahmen zur Verhaltensänderung skizziert und schlussendlich FTI-Potentiale herausgearbeitet. Eine Genderexpertin wird in jeden Teilschritt des wissenschaftlichen Vorhabens eingebunden, um die Verankerung von Gender Mainstreaming in den Arbeitspaketen sicherzustellen. Das Kernergebnis sind genderspezifische Erkenntnisse über das Verhalten im Bereich der Modalentscheidungen von verschiedenen Personengruppen in der Gütermobilität.

 

 


Auftraggeber:

BMVIT / FFG - Mobilität der Zukunft, 13. Ausschreibung: Gütermobilität

Projektlaufzeit: 05/2020 - 04/2021

Projektpartner:

AIT / Dynamic Transportation Systems (Projektleitung)

FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH – Logistikum Steyr

Weitere Informationen:

Mag. Ing. Rupert Tomschy

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+43 (0)1 - 504 12 58 – 20

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